Gamelan-Wochenende in Amsterdam

Zusammen mit einer kleinen Abordnung der Gamelan-Gruppe Babar Layar war ich dieses Wochenende zu Besuch bei Elsje im Het Gamelanhuis in Amsterdam. Das Wochenende war äußerst lehrreich und ebenso anstrengend, so dass ich nun erst einmal meine Gedanken sammeln und zur Ruhe finden muss.

Ziel der Reise war das Erlernen der verschiedenen Stimmen des Stückes Babar Layar1, welches der Namensgeber für unser Ensemble ist. Dieses Stück wollen wir (neben anderen) am 21. Mai auf dem Internationalen Gamelan Festival 2006 in Bremen2 spielen.

Trotz des letztlich doch ganz schönen Wetters haben wir die Zeit fast ausschließlich in den Räumen des Het Gamelanhuis verbracht, so dass ich – zu meinem Bedauern – nur wenig von der wärmenden Sonne mitbekommen habe. Für Sightseeing und Giftshopping war demnach keine Zeit. Und dennoch konnte ich zahlreiche neue Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Im Prinzip gibt es ja nur 6 Töne, die im richtigen Timing in der vorgesehenen Reihenfolge gespielt3 werden müssen. Beim Bonang kommen dann die gleichen Töne etwas höher dazu, wie man es auch von unseren Oktaven kennt. Soweit ganz einfach. Aber letztlich wird es dann doch etwas komplizierter als gedacht. Da man den größten Teil des Stückes auswendig spielen muss, ist allein der Umfang (für einen Laien wie mich) erschlagend. Dann ist die Stimme, die ich spielen muss, auch noch von der Melodie abgeleitet, wobei nicht immer die gleichen Regeln gelten und man auf diverse Sonderstellen achten muss, die es letztlich auch auswendig zu lernen gilt. Zu guter Letzt spielt das bonang panerus auch noch während eines(!) Melodietons zwischen 4 und 12 Töne, was Geschwindigkeit und Schwierigkeit weiter erhöht.

Für eine grobe Vorstellung von den “Noten” des Stückes habe ich hier mal einen kleinen Teil davon fotografiert und davon einen Ausschnitt vergrößert dargestellt. Man beachte die kleinen, mit Bleistift notierten Hilfsnoten.

Noten-Ausschnitt Babar Layar

Aber zu guter Letzt ist es ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man nach etwa 5 Stunden täglichen Probens das selbst gespielte Stück hören kann.
Auch wenn bis Bremen noch viel zu Üben ist, so hat uns und mich dieses Wochenende erheblich nach vorn gebracht. Vielleicht sieht man sich ja dort …

  1. 1 genauer müsste ich hier schreiben: 'Gending Bonang Babar Layar, ketuk 4 kerep, minggah ketuk 8, laras pelog, patet lima'. Aber das war mir jetzt doch ein wenig zu lang ;)
  2. 2 Leider gibt es noch immer keine Internetpräsenz für dieses Ereignis, das ich hier verlinken könnte. Sollte sich im Laufe der Zeit doch eine solche Seite finden, wäre es schön, mir diese kurz mitzuteilen.
  3. 3 Wer jetzt auch mal auf einem Gamelan-Instrument spielen möchte, kann es in dem Flash-Applet vom Het Gamelanhuis einmal virtuell ausprobieren.

This blog uses DigoWatchWP an anti-fraud plugin for Wordpress.