Lecker Lyrik III

lecker_lyrik_plakat140407.jpgAm vergangenen Samstag lud die Ev. Jugend St. Martin zum dritten Mal zu „Lecker Lyrik“ in die Räume der St. Martin-Gemeinde. Angekündigt war ein „4-Gänge Menü mit 3 Blöcken Poesie“. Inklusive Menü für nur 6 Euro.

Da dachte ich mir, dass man da wenig falsch machen kann und organisierte mir kurzerhand Karten für die Veranstaltung.

Nach einiger Fahrerei1 kam ich also am Samstag am Veranstaltungsort an und freute mich auf die Dinge, die da kommen würden.

In einem Saal neben der Kirche waren einige Tische aufgebaut und an der Stirnseite des Raumes war ein Rednerpult aufgestellt worden. Ich suchte mir mit meiner Begleitung einen guten Platz in der Nähe der Rednertribüne, den wir mit einem netten älteren Ehepaar teilten.

Allgemein stellte ich fest, dass die Altersstruktur der Besucher gespalten war und überwiegend Personen gehobenen Alters auf der einen, sowie „konfirmationsaltrige“ Jugendliche auf der anderen Seite zugegen waren. Passt irgendwie zu der Umgebung ;).

Der erste Gang

Nach einer kurzen Eröffnungsrede wurde dann auch der erste Gang serviert. Kleine Schälchen (die mich ein wenig an meine Zeit mit den Jugendfreizeiten erinnerte) mit einem Tomaten-Frühlingssalat2.

Zu den einzelnen Gängen konnte man sich Wasser, Säfte und auch Weine flaschenweise3 kaufen. Außerdem kam das Service-Team zwischendurch mit schwarzem Tee (Darjeeling, second flush) herum, der kostenfrei ausgeschenkt wurde.

Nach dem ersten Gang kam dann der erste Lyrik-Teil. Die angekündigten Referenten waren leider beide verhindert (der eine aus sportvereinstechnischen, die andere aus gesundheitlichen Gründen), aber glücklicherweise haben sich zwei junge Leute aus der Gemeinde sich dazu bereit erklärt, die vorliegenden Texte der beiden Autoren vorzutragen. Das taten Sie mit unterschiedlicher Hingabe, aber es ist natürlich auch nicht leicht, fremde Texte vorzutragen.

Der zweite Gang

Der zweite Gang bestand dann aus einem Gazpacho, einer kalt servierten Suppe mit ungekochtem Gemüse. Auch dieser Gang wurde mit ein paar erklärenden Worten angekündigt, zu denen auch der Hinweis gehört, dass „die Suppe ist kalt“ in diesem Fall nicht nur zutreffend, sondern sogar gewollt ist.

Mein Respekt an dieser Stelle übrigens an die Helfer dieser Veranstaltung, die ehrenamtlich u.a. Unmengen an Gemüse zerkleinert haben. Das gesamte Essen war selbst gemacht!

Die zweite Lyrik-Einlage wurde von Karin Viebach beigesteuert, die einige Kurzgeschichten und Gedichte aus ihrer Sammlung und ihren Büchern vortrug. Amüsante Erzählungen, vermischt mit Erinnerungen von damals.

Der dritte Gang

Vor dem dritten Gang wurde eine kurze Pause eingelegt, in der die Besucher die Möglichkeit bekamen, die illuminierte Kirche zu besuchen, in der die Gedanken einiger Gemeindemitglieder zu dem Thema „Die Spuren Gottes“ ausgestellt waren.

Da das Hauptgericht doch schneller als geplant fertig war, wurde die Pause kurzfristig abgebrochen und man ging über zum Hauptgang. Es gab es selbstgemachte Frischkäse-Ravioli an Basilikum-Butter mit Paprika-Streifen. Ein leckeres Gericht, auch wenn mir die angedeutete Verbindung zum Motorrennsport nicht einleuchtete.

Als dritten und letzten Lyrik-Teil trug Sebastian Gerhard neben ein paar einleitenden Worten einige politische Beiträge aus seinem Blog blog2.de vor. Auch ich wurde mit einem von mir dazumal beigesteuerten Kommentar erwähnt.

In der Ankündigung wurde „Best of Blog“ getitelt, aber die Regeln der Veranstaltung sehen nur das Vortragen eigener Texte vor. Zusätzlich sollten die Texte ferner noch nicht veröffentlicht worden sein. Und so ließ er seinen Artikel zeitgleich mit seinem Vortrag in seinem Blog erscheinen, so dass er zu Beginn der Lesung unveröffentlicht, danach aber für jedermann nachzulesen war.

Der vierte Gang

Zum Abschluss gab es einen Cappuccino-Kuchen, der (für mich glücklicherweise) gar nicht sonderlich nach Kaffee geschmeckt und mir daher auch gut gefallen hat, und eine Mascarpone-Creme. Auf den Kaffee (in Tasse) habe ich dann aber verzichtet.

Fazit

Zusammengenommen eine sehr gelungene Veranstaltung, mit einem leckeren Menü, das letztlich doch üppiger und geschmackvoller ausgefallen ist, als man bei dem Preis Unkostenbeitrag von gerade einmal sechs Euro erwarten würde.

Dazu bekommt man sehr unterschiedliche Vorträge für Geist und Seele zu hören – von Leuten, von denen man sonst vielleicht nie etwas gelesen hätte.

Vielleicht sind bei einer der nächsten Veranstaltungen wieder dabei…

 

Da ich leider nicht im Besitz der Speisekarte bin, sind die Menü-Beschreibungen natürlich aus dem Gedächtnis und vermutlich auch fehlerhaft. Wenn jemandem, der etwa bei dieser Veranstaltung zugegen war, ein Fehler auffällt, wäre ich für eine kurze Nachricht dankbar, so dass ich das in dem vorstehenden Artikel korrigieren kann.

  1. 1 Die St. Martin-Gemeinde liegt halt in Anderten und ist damit vom Stadt-Zentrum doch einige Weg-Minuten entfernt.
  2. 2 Das Ganze klang auf der Speisekarte natürlich weit aus nobler und italienischer („Pomodori ...“), aber leider konnte ich mir die Namen der Gänge nicht merken und die Speisekarte hat jemand anderes mitgenommen.
  3. 3 Anders wäre es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter logistisch auch nicht zu schaffen gewesen, ständig Getränke nachzuschenken.

3 Reaktionen zu “Lecker Lyrik III”

  1. #1
    Michael Krebs GERMANY Windows 98 Mozilla Firefox 2.0.0.3 schreibt:

    Freut mich, dass es gut angekommen ist! Ich bin übrigens der Diakon vor Ort und sozusagen der verantwortliche Veranstalter. Klar, wir sind bezüglich derartiger Veranstaltungen keine Profis, auch ist unser Gemeindehaus nur bedingt “restaurantmäßig” ausgestattet - die “hübschen” (jaja) IKEA-Plastikschälchen für den Salat hatten wir uns in der Kindertagesstätte gepumpt … Und sollte uns noch jemand Suppenterrinen spenden können: herzlich gern, Tel. s.u..
    Aber vielleicht tragen genau auch solche Dinge zum Charme der Veranstaltung bei - nicht alles ist perfekt, inkl. manchmal auch der Beiträge. Wobei wir uns schon bemühen, möglichst nah mit den oder gerade trotz der vorhandenen Mittel(n) an “perfekt” ranzukommen.
    Bestes Beispiel: das Team! Drei Tage vorher Beginn des Vorbereitens der Speisen, am Abend selbst hochmotiviertes Servierteam und auch Abwaschteam im weit entfernten Jugendraum (die haben nichts von der Veranstaltung selbst mitbekommen, bis auf das schmutzige Geschirr).

    Danke fürs Weitersagen auch auf diesem Weg, denn die nächste “Lecker Lyrik” kommt. Geplant ist sie für den Herbst, wobei unser größtes “Problem” die auftretenden KünstlerInnen sind: einfach, welche zu finden! Von daher: Sollten hier LeserInnen sein, die im o.g. Sinn gern mal ihre “Lyrik” (im weitesten Sinn) vortragen möchten, das Ganze für freien Eintritt und freies Essen, bitte melden: Tel.: 5293035. Danke vorab.

  2. #2
    Christian GERMANY Windows XP Mozilla Firefox 2.0.0.3 schreibt:

    Das finde ich ja auch nicht schlimm, dass es eben nicht „restaurantmäßig“ aussieht. (Ich hoffe, dass dieser Eindruck auch nicht entstanden ist)

    Mir hat der Charme der Räumlichkeiten ja auch gut gefallen. Meine Erfahrungen mit den von mir betreuten Jugendfreizeiten waren ja überwiegend positiv ;) Darum hat’s mir ja auch gefallen. Und für den Super Preis ist einfach kein 5-Sterne-Restaurant zu erwarten.

  3. #3
    Frank Weber UNITED STATES Windows XP Mozilla Firefox 2.0.0.3 schreibt:

    Hallo, Christian, auch von mir vielen Dank für Besuch und Kommentar, hier noch die “Speisefolge” wie sie auf der Karte stand:
    1. Gang: Pomodoro Primavera an Frühlingssalat (Gefüllte Tomate mit Salat und Cräcker)

    2. Gang: Gemüse Gaspacho mit Kräutern der Saison, kühl serviert (Spanische Suppe, die kalt gegessen wird, dazu hausgebackenes Mehrkornbrot)

    3. Gang: Ravioli Ferrari mit Käsefüllung an Basilikumbutter (Nudeln sind ferrari-rot und hausgemacht)

    4. Cappuccinokuchen mit Mascarponecreme - dazu Espresso/Kaffee

    Schönen Gruß & gerne bis zum nächsten Mal,

    Frank

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