Mein erstes Mal, Folge 2
Es war gestern. Und es war zu meiner Verwunderung sehr viel kürzer als ich es (auch nach Erzählungen von Freunden und Bekannten) erwartet hatte. Aber von vorn:
Meine Freundin hat rechtzeitig Feierabend und ruft an, um mir mitzuteilen, dass sie mich von meiner Arbeitsstelle abholen kann. Freude! Also holt sie mich ab und wir fahren mit dem Auto los. Obwohl wir noch einen Parkplatz suchen müssen sind wir früher am Ziel als geplant. Also mit dem Fahrstuhl hoch und rein. Alles sehr geräumig. Aber es heißt erstmal wieder: Warten.
Die Dame am Tresen hat den beiden Damen vor mir weiterhelfen können und wendet sich nun mir zu. Auch wenn ich etwas zu früh da bin, wird der Papierkram erledigt und ich solle doch weiter hinten im Gebäude warten. Noch schnell einen Abstecher auf die Örtlichkeiten, schließlich wurde mir gesagt, dass ich gleich eine gute halbe Stunde nicht mehr dazu kommen werde und sich der verzehrte Liter Apfelschorle bemerkbar macht. Gerade als ich mich – wie aufgefordert – mit meiner Zeitschrift setzen wollte, wird mein Name schon aufgerufen. Also lasse ich meine Sachen bei meiner Freundin zurück und folge der jungen Dame in einen kleinen Raum, in dem ich meine Schuhe ausziehen soll. Die Dame lässt mich allein.
Nach geschätzten zwei Minuten holt mich die Dame durch eine andere Tür ab und führt mich in einen dunklen Raum ohne Fenster. Da bin ich also. Ein bisschen Technik, eine große Glasscheibe und eine Tür in einen weiteren Raum, den man durch das Fenster beobachten kann. In diesem hinteren Raum steht auch das das besagte Gerät. Sicherlich eines der neueren Geräte, aber die leuchtenden Bilder auf den Wänden (die man vielleicht aus der Werbung kennt) gibt es hier nicht. Ich soll mich auf den Rücken legen und werde nach meinen “Beschwerden” befragt. Nun gut, wirkliche Beschwerden in dem Sinne habe ich nicht, also stammele ich mir einen zurecht. Aber die Dame dürfte so ungefähr verstanden haben, worum es geht.
Nun soll ich die Augen schließen und ruhig bleiben. Ich merke Bewegung und dass es plötzlich hell wird. Eine kleine Korrektur an meiner Kopfposition und die Dame teilt mir mit, dass ich mich jetzt etwa drei Minuten nicht bewegen1 dürfe. Da mir nichts anderes gesagt (oder erlaubt?) wurde, lasse ich die Augen geschlossen. Meine Hände habe ich auf dem Bauch verschränkt, so dass meine Ellenbogen an den Seiten wohl ein wenig zu weit nach unten reichen. Ich merke, wie meine Ellenbogen bei den Vor- und Zurück-Bewegungen über ein Hindernis streichen und etwas nach oben gedrückt werden. Zweimal wird es ein wenig lauter, aber die von anderen Leuten angekündigte Lautstärke bleibt aus. Es ist kein ohrenbetäubender Lärm zu hören.
Nach gefühlten zwei Minuten höre ich schon wieder die Stimme der jungen Dame neben mir, dass nun alles vorbei sei. Die Ergebnisse werden in wenigen Tagen zugeschickt und ich könne jetzt gehen2. Ich bedanke mich, werde zurück zu meinen Schuhen geführt und kehre nach erfolgreicher Wiederankleidung zu meiner Freundin zurück. Als sie mich sieht schwebt ein großes Fragezeichen über ihrem Kopf. Sie hatte gerade einen mehrseitigen Artikel ausgesucht und ob der zu erwartenden langen Wartezeit gerade mit dem Lesen angefangen. Auf die Frage, was denn nun los sei und ob ich später nochmal aufgerufen werde, konnte ich nur mitteilen, dass ich fertig wäre und jetzt gehen könne. Also auf nach Hause und Mittag essen. Es war jetzt zwei Minuten nach dem ursprünglich vereinbarten Termin.
Alles halb so schlimm und leider sehr viel weniger spannend als ich nach den Erzählungen vermutet hatte. Vielleicht ist es (zumindest für jemanden, der das nicht alltäglich macht) spannender, wenn man auf der anderen Seite der Glasscheibe sitzt. Auf jeden Fall weiß ich jetzt auch, dass an den Gerüchten nicht sonderlich viel dran ist. Dann bin ich mal auf meine Röntgen-Schichtaufnahmen gespannt, wenn die bei meinem Arzt angekommen sind. Soviel also zu meinem ersten Mal im Computertomographen.
Dienstag, 4. Juli 2006 um 10:07
Ich würde mal stark vermuten, dass sich die Erzählungen von Bekannten nicht auf eine CT- sondern eine MRT-Untersuchung beziehen. Dabei kann es wirklich eine halbe Stunde dauern und der Geräuschpegel ist deutlich höher.
Wenn man bedenkt, dass eine CT-Untersuchung von Kopf bis Becken insgesamt nur etwa 10 Minuten dauert, überrascht mich eine Untersuchungszeit von 2-3 Minuten bei dir nicht besonders :-)
Dienstag, 4. Juli 2006 um 11:12
Wat soll das denn heißen? Bin ich Dir nicht groß genug ;)
Aber kann gut sein. Vielleicht erlebe ich ja auch irgendwann mal eine MRT und kann dann darüber berichten.