Monrose, studiVZ, YouPorn, Britney upskirt, …
Auf den ersten Blick haben diese Dinge nichts gemeinsam. Und doch verbindet sie etwas. Es waren alles Topthemen der Blogosphäre in der jüngsten Vergangenheit.
Wann immer ein Ereignisy große Wellen schlägt, tauchen Beiträge und Kommentare dazu im Internet auf. Dabei kann es sich sowohl um netzinterne Dinge handeln (wie etwa die Probleme mit und um studiVZ), als auch um Dinge, die an sich keinerlei Verbindung zum Internet haben (etwa die “Ohne Höschen”-Fotos von Britney Spears1).
Häufig erfahren “die Leute” von diesen Dinge und zeigen aus unterschiedlichen Gründen Interesse daran, mehr Informationen über die Vorfälle zu bekommen (etwa: studiVZ), die Angebote zu nutzen (etwa: YouPorn) oder um das zu sehen, was ihnen andere (die Presse?) vorenthalten möchte2.
Nun ist es im Internet relativ einfach3, die gewünschten Informationen zu finden. Es gibt ja genügend Suchmaschinen, die einem nach Eingabe des richtigen Suchbegriffes überall hin führen.
Im Fall YouPorn berichtete etwa die BILD über den “neuen” Video-Dienst, bot dem Besucher aber keinen Link zum Anklicken, so dass dieser sich selbst auf die Suche machen musste.
Genau darin sahen viele Blogger ihre Chance. Ähnlich wie es schon jahrelang viele zwielichtige Betreiber mit einschlägigen XXX-Begriffen machen, explodierte die Anzahl der neuen Beiträge, die zufälligerweise besagte Stichworte beinhalteten. So landeten viele Suchende auf eben jenen Blogs und ließen die Besucherzahlen (und evtl. Werbeeinnahmen) in die Höhe schnellen.
Prinzipiell ist auch garnichts dagegen einzuwenden, dass Blogger den Nerv der Zeit erkennen und Artikel darüber schreiben, da sie üblicherweise Informationen, ja einen Mehrwert für den Suchenden liefern. Aber auch hier begannen immer mehr Blogger damit, hochgefragte Suchbegriffe wahrlos in ihren Artikeln einzusetzen4, um Besucher auf ihre Seite zu locken, ohne einen Mehrwert zu bieten. Das verärgert den Surfer und hinterlässt einen faden Beigeschmack; (solche) Blogs rücken in eine ähnliche Kategorie wie der altbekannte Suchmaschinen-Spam.
Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich diese Entwicklung fortsetzt. Es ist mit technorati und Co. so einfach wie noch nie, die aktuell beliebtesten Suchbegriffe zu finden und sinnlos zu benutzen. Aber ebenso können Hobby-Journalisten dort schnell herausfinden, was die Menschen interessiert und worüber es zu recherchieren und zu berichten lohnt.
- 1 Derzeit erklärt Britney Spears auf ihrer offiziellen Homepage die Vorfälle damit, dass sie eben ihre neugewonnene Freiheit genieße und viel nachzuholen hätte.
- 2 So zeigen die Medien üblicherweise nur jugendfreie, sprich: zensierte Bilder, wohingegen manch niederer Instinkt unzensierte Bilder sehen will. Ach ja, sollten wirklich Leute auf diese Seite gekommen sein (und bis hier unten durchgehalten haben), um die besagten Bilder der Pop-Prinzessin zu sehen, dann sollten Sie ihr Glück mal auf der Seite britneyspearspussy.dl.am versuchen.
- 3 Zumindest einfach im Vergleich zu den Offline-Möglichkeiten.
- 4 So kann man etwa Beiträge finden, die lediglich 1124 Varianten Britney Spears falsch zu schreiben auflisten.
Dienstag, 12. Dezember 2006 um 17:27
Moin!
Danke für den Link. Allerdings ist da wohl was schiefgegangen. Ich seh da gerade noch ein title= in der URL. So verweist der Link nur auf eine nicht vorhandene Seite.
Grüße
daburna
Mittwoch, 13. Dezember 2006 um 9:05
Danke für den Hinweis. Da hatte ich doch glatt ein Anführungszeichen vergessen. Ist mittlerweile aber auch schon wieder korrigiert.
Donnerstag, 14. Dezember 2006 um 14:51
Hi,
was ist das denn für ein Tool von dem du da sprichst: Technorati???
Ich kenne es leider noch nicht, hört sich aber wirklich sehr interessant an.
Ist das die Internetseite technorati.com???
Ansonsten wirklich sehr gelungener Beitrag. Hatte bis dato noch nichts von YouPorn gelesen. Einfach unglaublich, was es so gibt!
Grüße
Chris
Donnerstag, 14. Dezember 2006 um 17:15
Ja, ich meinte
technorati.com. Dort werden auf der Startseite die aktuell gefragtesten Suchbegriffe aufgelistet.