ÖPNV, Schiene
Nachdem ich ja bereits jüngst über meine Freude mit dem ÖPNV, Straße berichtet hatte1, durfte ich heute erleben, was der örtliche ÖPNV, Schiene (also die Straßenbahn) sich wohl unter “Kundenfreundlichkeit” vorstellt.
Ich komme regelmäßig mit der Deutschen Bahn am Hauptbahnhof an und freue mich dann, wenn eine Straßenbahn zur Verfügung steht, die meinen fußläufigen Heimweg um eine Haltestellendistanz verkürzt. Da die Fahrpläne der beiden Unternehmen aber (sogar über Jahres-Fahrplan-Grenzen hinweg) derart getimed sind, dass Zug und Bahn zur selben Zeit ankommen, ist ein Erreichen der Bahn zumeist quasi unmöglich. So bleibt mir nur, den gesamten Weg auf “Schusters Rappen” zurückzulegen2.
Auch habe ich es mir vor Jahren bereits abgewöhnt, zu einer/m an einer Haltestelle stehenden Bahn/Bus zu laufen. Meiner Erfahrung nach wird die Fahrt spätestens in dem Moment fortgesetzt, in der man den Knopf an der Tür drückt. Man hat dann außer einem höheren Puls und den mitleidigen bis höhnischen Gesichtern der Fahrgäste auf der anderen Seite der Scheibe auch nichts erreicht. In der Stadt fahren diese Verkehrsmittel ja tagsüber durchaus regelmäßig.
Um so erstaunlicher fand ich es heute, dass auf meinem Weg vom Bahnhof die ganze Zeit eine Straßenbahn an der Haltestelle wartete. Wie oben erklärt verzichtete ich eine Erhöhung des Tempos, rechnete aber mittlerweile sogar damit, diesmal mitfahren zu können. Wie viele andere Passagiere auch, die ihrerseits aber doch zu Laufen anfingen.
An der Bahn angekommen führte aber das hektische Drücken der Knöpfe an den Türen mitnichten dazu, dass sich die letztere zum Einstieg öffneten. Ich ging also davon aus, dass sich die Bahn jederzeit in Bewegung setzen würde. Man dürfe das dem Straßenbahnführer auch nicht übel nehmen, da dieser ja seinen Zeitplan einzuhalten habe und daher nicht ewig an der Haltestelle warten könne. Aber die Bahn bewegte sich nicht. Mindestens weitere zwei Minuten stand die Bahn also da und ließ niemanden rein. Auch das vehemente Klopfen an der vordersten Tür brachte den Fahrer nicht dazu, die Türen freizugeben. Bis die Bahn dann irgendwann schließlich losfuhr.
Was soll man dazu noch sagen?!
Aber zum Glück sind wohl die wenigstens Fahrer in der Gegend derart unfreundlich. So habe ich auch schon Busfahrer erlebt, die sogar nach bereits erfolgtem Wieder-Anfahren erneut anhielten, um noch heraneilende Fahrgäste aufzunehmen. Es geht also auch anders.
- 1 Hier verweise ich auf die 'verwandten Artikel' weiter unten.
- 2 Den Weg vom Hauptbahnhof zu mir nach Hause zu Fuß zurückzulegen ist jetzt keine außergewöhnliche Belastung (da ich dafür nur eine knappe viertel Stunde benötige), aber man ist vor allem in den kälteren Monaten für jede Verkürzung des Weges dankbar.