ÖPNV, Straße

Ich hasse es, mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Straße1 fahren zu müssen. Es gibt zwar einen Fahrplan, aber dieser ist ja bekanntlich immer ohne Gewähr.

Bin ich zum vorgegebenen Zeitpunkt (oder gar früher) an der Haltestelle, verspätet sich der Bus in der Regel um 3 bis 15 Minuten. Ist man etwas zu spät (und seien es nur Sekunden), dann sieht man bereits auf dem Weg zur Haltestelle, dass der Bus diesmal besser durch den Verkehr gekommen und daher schon zwei Minuten früher da ist. Sehr deprimierend.

Natürlich weiß ich, dass es da psychologische Effekte gibt, aufgrund derer man sich immer intensiver an negative Ereignisse erinnert und man deren Häufigkeit einfach überschätzt2. Aber gerade deshalb habe ich in den letzten vier Wochen besonders darauf geachtet und nur einmal einen “passenden” Bus bekommen. Sonst hieß es immer: “Ärgern sie sich bitte jetzt!”

Ich will hier jetzt auch nicht den Busfahrern den schwarzen Peter zuschieben oder über die öffentlichen Nahverkehrsbetriebe schimpfen. Der Bus hat es einfach strukturell schwieriger, pünktlich zu sein. Er muss sich seine Wege mit allen anderen Verkehrsteilnehmern teilen und hat selten eigene Verkehrswege zur Verfügung. Im Gegensatz zur Straßen-/Stadtbahn, die häufig ein Gleisbett neben den normalen Straßen hat oder gar unter der Erde verläuft, wo sie eben nicht mit möglicherweise überfüllten Straßen und Staus konfrontiert wird. Der Bus steckt deshalb häufiger im normalen Verkehr fest und daher ist seine Reisezeit zwischen den einzelnen Haltestellen auch nicht so genau vorherzusagen. Der Fahrplan kann nur gut raten.

Aber das ist es auch gar nicht, was mich zuletzt so besonders aufgeregt hat, dass ich diesen Artikel überhaupt schreibe:

Ich war ich am Montag auf dem Weg zur Bushaltestelle und – wie für mich nicht ungewöhnlich – etwas zu spät aus dem Haus gegangen, so dass ich halt zur Haltestelle laufen musste. Wie gesagt bin ich das gewohnt und in diesem Fall hätte auch lockerstes Joggen gereicht, um rechtzeitig an der Haltestelle zu sein. Aber wie der Zufall es will, sehe ich dann auf die Entfernung schon, wie der Bus die Haltestelle anfährt; drei Minuten zu früh! Das Spiel kenne ich ja bereits, gebe mich geschlagen und höre auf zu laufen. Einfach Pech gehabt.

Nur wie ich weiter auf die Haltestelle zugehe, fährt der Bus nicht weg. Aber ich dachte mir, jetzt loslaufen würde sich nicht mehr lohnen, da der Bus ja jederzeit losfahren müsste. Wie immer halt. Aber letztlich hat der Busfahrer in der Tat die drei Minuten dort gewartet, um rechtzeitig wieder abzufahren (was übrigens einigen Autos, die hinter dem Bus standen, nicht wirklich gefallen hat). Das hat mich geärgert. Wäre ich weiter gelaufen, hätte ich den Bus wie geplant bekommen. Aber wer kann schon ahnen, dass dieser Bus ausnahmsweise wartet, wenn er zu früh angekommen ist.

Was lernen wir daraus? Keine Ahnung. Am besten Busfahrten mit einem Sicherheitszuschlag von -5/+10 Minuten planen, vor allem wenn man etwa nach einer Busfahrt einen Anschlussbus bekommen will.

  1. 1 Den meisten sicherlich besser bekannt unter dem Namen (Omni-)Bus.
  2. 2 So erinnert man sich immer intensiver an den inneren Ärger beim Warten an der längeren Warteschlange im Supermarkt (wo man dann auch länger zum Abspeichern der Erinnerung verweilt) als wenn man problemlos gleich dran kam und schnell wieder aus dem Laden raus ist.

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