Schere, Stein, Papier
Vermutlich jeder kennt das Spiel Schere, Stein, Papier, bei dem zwei Spieler unabhängig voneinander eines der drei genannten Symbole auswählen und dieses dann zu einem festgelegten Zeitpunkt mit der Hand darstellen, woraus sich nach Anwendung der Regeln dann ergibt, wer die Runde gewonnen hat.
Wenn man dieses Spiel mehrere Runden spielt, muss man sich jedes Mal aufs Neue entscheiden, welches Symbol man wählt. Jeder wird vermutlich andere Entscheidungskriterien heranziehen und meistens irgendwie auf das bisherige Verhalten des Gegenübers schauen.
Auf der Seite der New York Times kann man jetzt gegen einen Computer-gesteuerten Gegner spielen und dem Computer – wenn man möchte – beim „Denken“ zuschauen. Zu Beginn kann man noch wählen, ob man gegen einen „frischen“ Computer (Novice) spielen möchte, der noch gar nichts über das Spiel weiß und von Grund auf erst lernen muss, welche Symbole zum Beispiel über welche anderen triumphieren, oder gegen einen „erfahrenen“ Computer (Veteran), der diese Lektionen bereits in tausenden Runden erlernen konnte.
Ich finde es ganz spannend, auf diese Weise sehr bildlich sehen zu können, wie (simpel) eine Maschine lernt und daraus erstaunliches Verhalten zum Vorschein kommt. Das ist sicherlich nicht nur für Freunde der künstlichen Intelligenz interessant.
Ganz nebenbei kann man sich natürlich auch die Frage stellen, warum Papier überhaupt den Stein schlägt? Vielleicht sollte es sogar anderherum sein?
Montag, 21. März 2011 um 18:11
Wow danke für den Link. Für Poker (Texas Holdem) gibt es ja schon einen ähnlichen Bot, auch wenn der größtenteils auf mathematischen Grundlagen beruht und nicht auf einer richtigen künstlichen Intelligenz. Besonders interessant wie sich bei dem Schere,Stein,Papier Bot recht schnell die “Denk”mechanismen bei gleichen Folgen und Ergebnissen herauskristallieren. An sowas sollte definitiv weiter gearbeitet werden
Mittwoch, 23. März 2011 um 16:18
Vor allem denkt ja ein Mensch sicher auch nicht groß anders. Der Computer wurde ja vom Menschen erbaut. Ich denke, das Lernverhalten stimmt schon stark überein.
Find das auch total interessan, mal zu sehen, wie das Denkmuster ist. Denn dadurch lassen sich sicher auch Schlüsse für Menschen ziehen. Ich hab zum Beispiel schon oft gemerkt, dass bei Stein, Schere, Papier der Gegner oft als erstes die Schere wählt. Wahrscheinlich weil sie das gefährlichste Instrument zu sein scheint… sie ist scharf und mann kann ganz offensichtlich Dinge damit zerstören. Der Stein auch, eben wegen seiner Anziehung und Masse. Wenn man ihn ans Bein geworfen bekommt, tut das weg ;)
Und so kommen wir dazu, warum Papier Stein schlägt. Eigentlich ist es ja nichts Schlimmes. Und das ist auch der Grund, warum niemand niemand Papier nimmt. Das Papier schlägt den Stein, weil es ihn umwickelt!
Das ist also alles berechenbar. Der Gegner nimmt zuerst Schere, weil es das Stärkste ist. Darum gewinnt man beim ersten Zug mit dem Stein. Wie es dann logisch weitergeht, ist die Frage… Der Gegner lernt ja, dass das offensichtlichste nicht immer die beste Entscheidung ist :)
Samstag, 16. April 2011 um 11:13
Danke für den unterhaltsamen Link!
Die Kommentare sind ja auch köstlich zu lesen:
“I have learned that playing rock ties rock”….
Der kann ja schon “Ich”!!!
Grüsse
Martin
Dienstag, 17. Mai 2011 um 18:01
Verrückt, mit was sich Menschen alles einfallen lassen. Letztlich weiß man ja nie, ob es einfach eine kleine Spielerei ist, oder ob sich vielleicht schon daraus eine bahnbrechende Erkenntnis der künstlichen Intelligenz anbahnt. Klein angefangen hat schließlich mal jeder- denn auch die Grundladen müssen erst einmal gesetzt werden.
Immer wieder krass zu sehen, wie eine “einfache” Maschine tatsächlich -eigenständig- “lernen” kann…
Donnerstag, 23. Juni 2011 um 15:06
Ich meine gelesen zu haben, dass im “realen” Spiel die meisten ungeübten Spieler im ersten Spiel die Schere nehmen. Auch gibt es dazu eine Simpsons-Folge (”Der Stein gewinnt immer.”) Rein statistisch müsste das ganze ja ausgeglichen sein, aber die Spieltheorie macht einem da einen Strich durch die Rechnung.
Sonntag, 10. Juli 2011 um 21:41
Supergeil… Danke für den Link, jetzt hänge ich da schon seit einer Stunde und zocke gegen den Rechner…
Dienstag, 16. August 2011 um 16:19
Wie stehen denn die Chancen, gegen den Computer zu gewinnen? Grade gestern lief ein Bericht über Mensch vs. Computer bei ProSieben. Sehr interessant. Der Mensch hat nämlich bei den Aufgaben gewonnen, weil nicht nur Technik und reine Logik erforderlich war, sondenr auch menschliches Denken. Das beherrscht ein Computer aber noch nicht. Darum kann man ihn auch meistens austricksen.
Donnerstag, 8. September 2011 um 18:31
Klingt vergleichsweise wie ein Schachcomputer, würde gerne gegen Ihn antreten:)