Wer ist dieser Hugs? Und wo hält man ihn fest?
Montag, 16. März 2009Gut, dieser Witz blieb uns dieses Mal zwar erspart, aber dennoch gar es natürlich auch wieder verständnislose Menschen, die ihre Scheu überspielen mussten: „So nötig hab’ ich’s auch nicht.“, „Ich hab’ genug Frauen dafür.“, „Sach’ ma’, bist’e Schwul oder was?“ oder ganz kreativ: „Hast Du ‘n Abschluss?1“.
Aber zum Glück waren das auch diesmal nicht die Mehrzahl der Reaktionen auf unsere diesjährige Free Hugs-Aktion in Hannover am letzten Samstag.
Aufgrund anderer musikalischer Verpflichtungen konnte ich erst eine Stunde später dazustoßen. Ich befürchtete schon, die Gruppe nicht mehr aufspüren zu können, weil man sich in der Zeit möglicherweise auch vom vereinbarten Treffpunkt fußläufig entfernt, aber ich wurde doch noch am Schillerdenkmal fündig. Und trotz der anfänglichen Vermutung Juttas, dass niemand mitmachen würde, sah ich wirklich viele Schilder. Eine Gruppe jugendlicher Mädchen war von der Aktion völlig begeistert und machten (Juttas mitgebrachten Schildern sei Dank) kurzerhand einfach mit. Zusammen mit der mitgebrachten Austauschschülerin aus Ghana!
An sonsten bestand der Kern der Gruppe aus den Leuten von letztem Mal (Jutta, Anni, Phillip und mir), sowie diesmal frisch dazugestoßen dem sehr motivierten Phil.
Die Aktion lief bis 18 Uhr und wir hatten echt wieder viele besondere Momente: Wir konnten diskutieren, dass wir falsch handelten, da wir nur die Symptome behandeln, nicht aber die Ursachen, und dass wir sowohl Kapitalismus, als auch Kommunismus bekämpfen müssten, was automatisch zum Christentum führen sollte. Wir durften am Leben alt eingesessener Hannoveraner teilhaben, die mit – so hört man – noch Tennis spielen und erfolgreich im Ü70-EisFeldhockey2 aktiv sind („Respekt!“). Wir durften den Anfang einer möglichen Liebesbeziehung miterleben, die das Potential hätte, in die Luft zu gehen. Wir konnten miterleben, wie gegen Ende eine quirlige Truppe junger Damen sich über unsere Schilder freuten (die wir ihnen überließen), die dann damit loszogen, um Männer aufzureißen, indem sie ihre „Gratis-Umarmungen“ (nur für junge, gutaussehende Männer natürlich) für 50 Cent anboten. …
Man kann also zusammenfassend sagen, dass wir wieder viel Spaß hatten, viel Lachen konnten, (für norddeutsche Verhältnisse echt) viele Leute jeder Altersklasse (vom Ungeborenen bis zur sehr erfahrenen Dame) umarmen und vielen Menschen ein Lächeln auf das Gesicht zaubern konnten. Nur Schade, dass wir – obwohl viele Fotos von uns gemacht wurden – keine Bild- und/oder Tonaufzeichnungen von diesem Ereignis haben.
Falls das hier also jemand liest, der letzten Samstag Fotos von uns gemacht hat: Wir würden uns freuen, wenn ihr uns diese Fotos auch zukommen lassen könntet3 und wir sie hier vielleicht sogar zeigen könnten. Danke.
- 1 Ich verstehe zwar nicht genau, wofür das an dieser Stelle relevant ist, aber: Ja. Und Du?
- 2 Phillip korrigierte mich diesbezüglich freundlicherweise: Es war Feld-, nicht Eishockey. Was an meinem „Respekt!“ aber nichts ändert.
- 3 Kontakdaten findet ihr u.a. im Impressum.

Nach anfänglich relativ gutem Wetter, begann es leider nach einer halben Stunde an zu regnen, was die Schilder (wie nebenstehend zu sehen) und deren Träger auf eine harte Probe stellten. Aber trotzdem wurde tapfer weitergemacht.