Nun war es also soweit: Letzten Samstag waren wir – nach einem ausgiebigen Frühstück – in Hameln1, um ein wenig Wärme und menschliche Nähe unter das Volk zu bringen:
Free Hugs
Am Vortage hatte ich noch schnell zwei Schilder gebastelt, auf denen im DIN A3-Format der Name der „angebotenen Ware“, also „Free Hugs“ auf der Vorder-, und „Gratis Umarmungen“2 auf der Rückseite geschrieben stand. Zum Schluss hatte ich diese dann noch in mühevoller Kleinarbeit in der günstigen Variante (mit breitem transparenten Klebeband!) „laminiert“, um auch für schlechtes Wetter gerüstet zu sein3.
Auf nach Hameln
Der Weg nach Hameln sollte kein Problem darstellen. Dachten wir zumindest! Das kleine Dörfchen Gestorf (etwa 9 km östlich von Springe) hatte sich wohl entschlossen, die Hauptstraße aufzureißen und damit sämtlichen Verkehr durch die Ortschaft zu unterbinden.
1 Ja, die Reporterin hatte sich dann doch für Hameln entschieden.
2 Wir sind ja, wie später auch eine Passantin energisch insistierte, in Deutschland, so dass die deutschsprachige Bezeichnung – auch insbesondere für die Fernsehaufzeichnung – natürlich nicht fehlen durfte.
3 Das letzte Mal setzte der unerwartet einsetztende Regen den ungeschützten Schildern aus dem Tintenstrahldrucker leider ein wenig zu. Aber man ist ja lernfähig ;)
Eine Reporterin von Niedersachsen 19.30 ist auf die Free Hugs-Aktion aufmerksam geworden und möchte gern ein Video darüber drehen. Dafür würde sie gern zwei bis drei Leute (die leider mindestens 25 Jahre alt sein müssen!) haben, die sich etwa am Samstag Nachmittag nächster Woche (dem 9.2.2008) in Celle für eine Free Hugs-Aktion träfen und sich dabei videodokumentarisch von ihr begleiten ließen.
Ich bin gern dabei, nur habe ich momentan auf eine Einzelkämpfer-Aktion keine rechte Lust. Außerdem hat die Erfahrung gezeigt, dass auch wenigstens eine Frau dabei sein sollte1. Schade finde ich persönlich auch, dass es für die Dokumentation eher wenig Leute sein sollen; daher die Begrenzung auf 2-3 Personen (inklusive mir).
Falls sich also hier auf die Schnelle (der Bericht soll bereits zum Valentinstag ausgestrahlt werden, so dass wir das schon am Montag planen müssten) nette und engagierte Leute finden würden, die gern mitmachen wollen, wäre das Spitze.
Einfach in die Kommentare schreiben oder die Adresse aus dem Impressum nehmen und mir eine eMail schicken. Ich hoffe, dass sich trotz der Eile ein oder zwei nette Menschen finden, die mitmachen.
1 Beim letzten Mal haben wir auch Frauen gehabt, die sich gern von den Damen der Aktion umarmen ließen, dies aber aus religiösen Gründen nicht mit dem Männern machen durften.
Nach dem ersten Beweisfoto gibt es jetzt auch endlich das erste Beweisvideo:
Das Video wurde von Philipp aufgenommen und geschnitten. Da er selber auch Hugger war, konnte er natürlich nicht alles aufnehmen. Trotzdem an dieser Stelle vielen Dank für die ganze Mühe.
Leider waren viele Passanten sehr scheu und haben sich meist nicht getraut, sich vor laufender Kamera in den Arm nehmen zu lassen. Daher leider nur so wenige aktive Momentaufnahmen; aber dennoch eine schöne Erinnerung.
Ach ja, Anni hat mittlerweile ihre Highlights gebloggt. In vielen Ansichten stimme ich übrigens mit ihr überein. (Und die Idee mit der Analogie “Free Willy” : “Free Hugs” stammt ja eigentlich aus meinem kranken Hirn *g*)
Es soll ja Ungläubige geben, die behaupten, ich hätte gar nicht beim Free Hugs Day mitgemacht. Um dies zu widerlegen führe ich das nebenstehende Beweisfoto1 (Anklicken zeigt eine größere Version des Bildes) an. Es zeigt mich, Anni (bzw. zeigt sie auf diesem Foto leider gerade nicht), Jutta und Philipp an der Kröpckeuhr, ganz zu Beginn unserer samstäglichen Aktion.
Leider habe ich bislang noch kein weiteres Bildmaterial von der Aktion gesehen, obwohl ich weiß, dass wir an diesem Tag noch häufiger digital abgespeichert wurden. Daher die Bitte von mir: Wer Fotos von der Aktion gemacht hat, möge sich bitte bei uns melden. Danke.
Ach ja, Kommentare zu unserer Aktion an sich sind natürlich auch jederzeit willkommen. :-)
1 Das Foto wurde freundlicherweise von Dani zur Verfügung gestellt und von mir ein wenig aufgehellt.
Nun ist er also schon wieder vorbei, der erste Free Hugs Day in Hannover. Spaß hat es gemacht, zusammen mit Jutta, Anni und Philipp. Man hat nette Leute kennengelernt und sicherlich auch viele Menschen für einen Augenblick etwas glücklicher gemacht.
Jutta hat schon die Highlights zusammengeschrieben. Quasi als Initiatorin hat sie ja auch das kurz vorher bei NDR 2 ausgestrahlte Interview gegeben. Vielen Dank für die Initiative. Und natürlich vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.
Nach anfänglich relativ gutem Wetter, begann es leider nach einer halben Stunde an zu regnen, was die Schilder (wie nebenstehend zu sehen) und deren Träger auf eine harte Probe stellten. Aber trotzdem wurde tapfer weitergemacht.
Es war erstaunlich, dass doch so viele Leute auf das Angebot angesprungen1 sind. Es gab eigentlich keine ernsthaften Beschimpfungen und sicherlich viele, die sich auch nach mehrmaligem Wiederholen des Angebotes nicht getraut haben. Aber selbst, wenn nicht alle eine Umarmung angenommen haben, so haben wir doch noch vielen anderen ein großes Lächeln auf die Lippen gezaubert und manchen motiviert, ihren Partner kurzerhand mal wieder in den Arm zu nehmen. Eindeutiger Erfolg.
Und uns hat es eben auch viel Spaß gemacht.
Leider musste ich aus terminlichen Gründen nach anderthalb Stunden verfrüht wieder gehen. Vermutlich werden wir die Aktion im nächsten Jahr (vorzugsweise im Frühling) wiederholen – dann mit besserem Wetter und mehr Zeit. Lassen wir uns überraschen.
1 Manchmal auch wortwörtlich: So kam ein junges Mädel plötzlich freudestrahlend auf mich zugestürmt, sprang mir in den Arm und ließ sich quasi kurz von mir tragen. Etwas unerwartet, aber echt nett. Ein schönes Gefühl, wenn die Aktion gut ankommt.
Für all jene, die gern mitmachen wollen, aber aus irgendwelchen Gründen kein Schild herstellen können, hat Jutta sich bereiterklärt, Schilder zu machen. Man muss ihr nur rechtzeitig Bescheid geben.
Über die letzte Aktion am Berliner Alexanderplatz gibt es bei N24 übrigens einen interssanten Artikel. Vielleicht wird ja am Montag auch über uns geschrieben…?!
Da habe ich noch jüngst darüber geschrieben, wie Schade ich es finde, dass sowas nicht in Hannover gemacht wird, und schon hat sich jemand gefunden, der einen Free Hugs-Day in Hannover ausruft. Ich bin begeistert.
Wie man bei Jutta nachlesen kann, soll das Ganze am Samstag, den 16. Dezember 2006 zwischen Kröpcke und Steintor stattfinden. Treffen ist um 14:00 Uhr an der Kröpckeuhr in Hannover. Wie mir scheint, muss/soll man seine Schilder selbst fertigen und mitbringen.
Wie ich bereits schrieb, finde ich die gesamte Idee ja sehr interessant und hoffe, dass ich dabei sein kann. Der Termin ist im Kalender bereits notiert, so dass nur noch zu hoffen bleibt, dass nichts anderes mehr dazwischen kommt.
Gerade jetzt zur Weihnachtszeit – vermute ich mal – gibt es viele Menschen, die nun ganz besonders mit ihren Schicksalsschlägen zu kämpfen haben und sich über ein wenig Zuneigung sicherlich besonders freuen würden. Man darf gespannt sein.
“Manchmal ist eine Umarmung alles was wir brauchen.” Diese Weisheit ist das Motto der Free Hugs Campaign.
Angefangen hat alles, als Juan Mann mit nichts als einem Gepäckstück und vielen Problemen aus London wieder zurück nach Sydney fliegen musste und er sich dort, obwohl es seine Heimat war, nicht wirklich zuhause fühlte. Er sah die vielen Menschen, die sich freuten, geliebte Mitmenschen wieder begrüßen zu dürfen. Aber für ihn war niemand da. Niemand freute sich, ihn zu sehen. Niemand lächelte ihn an. Niemand nahm ihn in den Arm.
Also nahm er sich eine Pappe und einen Stift, und stellte sich mit einem selbstgemachten Schild in eine belebte Fußgängerzone. Auf dem Schild stand (in englisch natürlich): “Gratis Umarmungen”.
Es dauerte ein wenig, aber dann kamen immer mehr Leute und nahmen das Angebot an. Manche berichteten von Ihren Problemen und er merkte, dass viele Menschen Probleme haben; manche sogar schwerwiegendere als er.
In der heutigen Zeit “sozialer Distanz” kann eine kurze Umarmung viel in einem Menschen bewirken.
Also verbreitete er seine Idee in der ganzen Welt, und viele haben bereits mitgemacht. Jüngst fand sich sogar eine kleine Gruppe in Berlin dafür zusammen: