Ungewollte Telefonanrufe

Wieder einmal eine bekannte Situation: Man sitzt gerade gemütlich mit seiner Liebsten auf dem Sofa, ist konzentriert am Arbeiten, entspannt gerade in der Badewanne oder hat sich schon zu Bett begeben, da klingelt plötzlich das Telefon. Dran ist irgend ein wildfremder Telemarketer.

Die schnellste Reaktion ist das sofortige Auflegen. Ein wenig unhöflich1, aber sehr effektiv. Vor allem sehr für Leute zu empfehlen, die sich leicht einwickeln und vielleicht auch Sachen aufschwatzen lassen.

Wer etwas mehr Zeit hat und sich mal kreativ dagegen wehren möchte, dreht den Spieß einfach um. Warum sollte der Anrufer denn immer die Fragen stellen dürfen und den Spaß haben. Löchern wir den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung doch einfach mal mit Fragen und schauen, wie das gefällt.

Waffengleichheit

In ein solches Interview sollte man natürlich nicht unvorbereitet einsteigen, da die Gegenseite meist darauf trainiert ist, sein Ziel zu erreichen und der unbedarfte Laie schnell wieder unter die Räder kommt. In großen Agenturen gibt es üblicherweise Listen und Ablaufpläne, die den Telemarketer durch das Gespräch führen und für fast jede Aktion des Gesprächspartners eine zielführende Antwort parat hat. Warum sollte man es nicht genauso machen?

Genau dafür hat EGBG - Martijn Engelbregt das (wie Sebi bereits geschrieben hat) EGBG Anti-Telemarketing Gegenwehrskript (besser bekannt unter dem Kurznamen Gegenskript) geschaffen. An diesem Skript kann sich das wehrhafte Telefonmarketing-Opfer während des Telefonates orientieren.

Will man solche Anrufe schlichtweg verhindern, so geht man mit seiner Telefonnummer sparsamer um und gibt selbige möglichst nirgendwo an. Klingt einfach. Was aber, wenn man irgendwo gezwungen2 wird, eine Telefonnummer zu hinterlassen?

Sekretariat

Man kann einfach eine beliebige Telefonnummer angeben. Aber es wäre sehr unschicklich, wenn dadurch andere unschuldige Bürger plötzlich mit den Telefonanrufen zu kämpfen hätten. Einem selbst würde das auch nicht gefallen, also lässt man sowas lieber bleiben.

Besser man gibt einfach Franks Telefonnummer an. Genau dafür ist diese Rufnummer gedacht. Jeder Anrufer bekommt dann von “Frank” mitgeteilt, dass derjenige, der die Rufnummer angegeben hat, keine telefonische Kontaktaufnahme wünscht3.

Wenn man sich für Frank entscheidet, sollte man sich klar sein, dass man dann keinerlei Möglichkeit hat, diese Telefonate doch noch anzunehmen – auch nicht, wenn sie einmal erwünscht sein sollten!

Mehr Infos?

Weiterführende Informationen zu und Knigge-taugliche Tipps zu “Cold Calls” findet man unter anderem beim MDR oder auf dialerschutz.de.

Auf heise.de findet sich ein kurzer Artikel über die jüngsten Urteile zur Zulässigkeit nicht eingewilligter Anrufe zu Marktforschungszwecken.

  1. 1 Aber der Anrufer glänzte ja auch nicht gerade durch besondere Rücksichtnahme.
  2. 2 Das muss nicht einmal offensichtlicher Zwang wie ein Pflichtfeld eines Online-Formulars sein, sondern sich auch etwa auf eine Situation beziehen, in der man unangenehm aufpassen würde, wenn man sich dieser Angabe verweigert.
  3. 3 Mir ist zu Ohren gekommen, dass es einen ähnlichen Service mal für Frauen gab, die in der Disco von unnachgiebigen Verehrern dazu gedrängt werden, ihre Handynummer rauszugeben. Ich kenne diesen Dienst nicht. Sollte jemand mehr dazu wissen, würde ich mich über einen kurzen Kommentar sehr freuen.

Eine Reaktion zu “Ungewollte Telefonanrufe”

  1. #1
    Heinrich Peter GERMANY Windows XP Internet Explorer 6.0 schreibt:

    Diese seite ist wirklich komisch

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